Ausdauersport und tote Punkte

Zu Beginn meiner Abnehmphase habe ich natürlich sehr sehr langsam mit dem Ausdauersport begonnen. Mit 122 Kilo und völlig unsportlich mit viel zu hohem Blutdruck, da mußte ich vorsichtig sein.

Ich bin mit 3 Minuten angefangen und habe mich erst mal daran gewöhnt auf dem Fahrradergometer zu sitzen. Auch mein Hintern mußte sich erst mal dran gewöhnen. Als Watt habe ich erst mal nur 25 eingestellt.

Langsam konnt eich mich Minutenweise und dann 5 Minutenweise steigern bis ich dann im Schnitt bei einer Stunde und 100 Watt gelandet bin. Das war schon ein ganz anständiges Training und gerade mit recht hohem Gewicht habe ich dabei viele Kalorien verbraucht.

Und ich habe dabei eine Erfahrung gemacht die für mein ganzes Leben wichtig ist. Ich habe gelernt über meine toten Punkte weg zu kommen. In bestimmten Intervallen kommen bei mir die Phasen in denen ich meine nicht mehr zu können. Früher habe ich immer genau da gstoppt weil ich dachte dass es das jetzt war und ich einfach keine Energie mehr habe.  Aber als ich mir ein Training mit bestimmten Steigerungen in der Zeit vorgenommen habe, merkte ich dass es gut ist an so einem toten Punkt nicht ganz aufzuhören sondern etwas langsamer zu treten, ein paarmal tief durchzuatmen, sich etwas zu erholen aber nicht mit dem Sport aufzuhören. Dann kommt irgendwann der Umschwung und man hat plötzlich wieder volle Energie, der Atem kommt ruhig, es ist reichlich Luft da und man fühlt sich wunderbar warm und locker und kann einfach weiter treten. Irgendwann kommt es dann bei mir zu dem zweiten toten Punkt, über den ich genau so weg komme und dann ist die vorgenomme Zeit auch vorbei.

Wenn man zu früh aufhört nimmt man sich selbst die Chance eines gutes Trainingseffektes und einer guten Stoffwechselsteigerung.

Wann es dann Zeit ist wirlich aufzuhören weil die Energie erschöpft ist, das merke ich deutlich. Dann bekomme ich höheren Puls, die Beine fangen an weh  zu tun und mir wird leicht schwindelig. So weit lasse ich es aber meist gar nicht kommen, weil ich mir realistische Zeiten vornehme.

Zur Zeit mache ich ja wieder verstärktes Ergometertraining und mein nächstes Ziel ist eine Stunde bei 125 Watt zu schaffen.

Wichtig ist es aber zu spüren dass es durchaus möglich ist über die ersten Punkte weg zu kommen. Wenn man meint nicht mehr zu können muß das nicht die Grenze der Kraft sein, ich habe eher das Gefühl dass man nicht gnau weiß wie man seine zur Verfügung stehende Kraft mobilisieren kann und scheut deswegen meist viel zu früh zurück.

Das kann man auch auf andere Bereiche im Leben übertragen. Ich habe beim Sport die Erfahrung gemacht dass ich viel mehr Kraft habe als ich denke und wenn ich irgendwo anders an meine Grenzen komme, dann denke ich an den Ausdauersport und teste aus ob es wirklich eine Grenze ist oder einfach nur ein toter Punkt über den ich hinweg komme.

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